welche Rolle spielt das Lüften
By: Silvio Schmidt 2008.11.23Die Bedeutung des richtigen Lüftens wird oft unterschätzt. Falsches Lüften kann aber Feuchteschäden an der Bausubstanz, Schimmelbildung, nasse Fenster und schwarze Flecken an den Wänden zur Folge haben. Gefolgt von Schimmel, Milben und Sporen, die ein großes Gesundheitsrisiko darstellen.
Bis zu 14 Liter Wasser verdunsten täglich in einem 4-Personen-Haushalt durch Kochen, Duschen und den Menschen selbst. In einer feuchten Wohnung steigt der Heizaufwand bedenklich und man fühlt sich nicht mehr wohl.
Richtiges Lüften erzeugt ein hygienisches Raumklima durch Erhöhung des Frischluftanteils und Beförderung von Wasserdampf und Schadstoffen nach draußen. Aus Energiespargründen werden heutige Neubauten nahezu luftdicht gebaut. Damit kommt der kontrollierten Fensterlüftung eine große Notwendigkeit zu.
Stoßlüftung
Die Stoßlüftung ist die energiesparendste Art der Lüftung. Am besten werden Wohn- und Schlafräume zwei- bis dreimal täglich 5 bis 15 Minuten bei voll geöffneten Fenstern gelüftet. Küche und Bad zusätzlich nach dem Kochen oder Duschen lüften. Nach drei Minuten ist die gesamte Raumluft ausgetauscht.
Querlüften
Mit der Querlüftung erfolgt der Luftaustausch in noch kürzerer Zeit. Dazu werden gegenüber liegende Fenster gleichzeitig geöffnet. Bei dieser Methode reicht eine Lüftungsdauer von 2 bis 4 Minuten.
Schlafzimmer werden am besten gleich nach dem Aufstehen gelüftet, so dass die beim Schlafen abgegebene Feuchtigkeit keine Chance hat, sich zu sehr an Wänden und Möbeln festzusetzen und Schimmel zu erzeugen.
Küche und Bad werden ebenfalls gleich nach dem Duschen und Kochen gelüftet. Dabei darauf achten, dass der Dampf nicht in andere Räume dringt. Der in diesen Räumen entstehende Wasserdampf kann sich an kühleren Oberflächen sammeln und zu Feuchteschäden und Schimmel führen. Sind keine Fenster vorhanden, die Ventilatoranlage nach dem Duschen und Kochen cirka 10 Minuten länger laufen lassen. Dabei ist zu beachten, dass die wärmere Außenluft an den kalten Kellerwänden Tauwasser bilden kann.
Die Kipplüftung, bei der das Fenster über längere Zeit gekippt bleibt ist zu vermeiden. Dabei wird die Wärme buchstäblich zum Fenster rausgelüftet so dass Wände und Möbel stark abkühlen. Schimmel kann sich aufgrund der starken Auskühlung am Fenster ansetzen.
Während des Lüftens werden die Heizkörper ausgestellt. Die sonst produzierte Wärme lüftet direkt zum Fenster raus, was hohe Energieverluste mit sich bringen würde.
Am effektivsten ist das kontrollietre Lüften über eine Lüftungsanlage. Dabei werden 90% der Wärme, die sonst beim Lüften verloren geht, wieder zurückgeholt. Die Wärme wird in dem mechanischen Prozess der Abluft entzogen und der Frischluft wieder zugeführt.
Große Möbel idealerweise an die Innenwand bzw. mit einem Abstand von 5 Zentimetern zur Außenwand zu Außenwänden aufstellen. Dadurch kann die warme Luft ausreichend zirkulieren. Sonst könnten Tauwasser und Schimmel an der kühlen Wand hinter den Möbeln entstehen.
Den Wäschetrockner stellen Sie nach Möglichkeit nicht in die Wohnräume. Aufgrund der Luftfeuchtigkeit führt dies meist zu Feuchteschäden. Geben Sie ihm seinen Platz besser im Keller. Das gleiche gilt für das Trocknen nasser Wäsche: entweder im Freien oder im abgeschlossenen Raum mit gekipptem Fenster.
Wichtig ist eine ausreichende und regelmäßige Lüftung besonders nach dem Einbau von neuen Fenstern. Bei undichten Fenstern findet ein Luftaustausch zwischen Wohnung und Außenluft statt. Dies fällt mit dem Einbau neuer, dichter Fenster weg. Im Zusammenspiel mit schlechter Wanddämmung und wenig Lüftung kann dies zu Feuchtigkeitsschäden und Schimmelpilzbildung an den Außenwänden führen.
Mit einem Hygrometer kann die Luftfeuchtigkeit im Raum gemessen werden. So kann man sicherstellen, dass die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch ist. Die relative Luftfeuchte im Raum sollte zwischen 40 und 60% liegen.


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